Was ist Kinder-Rheuma?



Rheuma wird oft als Volkskrankheit bezeichnet oder als "Zipperlein" verharmlost. Dabei ist Rheuma eine schwerwiegende Krankheit - und das gilt insbesondere für Kinder, die sich noch mitten in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung befinden. Dass es so etwas wie "Kinderrheuma" gibt, ist in der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt.

 

Rheuma ist ein Oberbegriff für chronisch-entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates. Im engeren Sinne versteht man darunter die chronische Polyarthritis, die häufigste der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Bei "Kinderrheuma" handelt es sich jedoch nicht um dieselben Erkrankungen wie bei Erwachsenen. Nicht nur die Krankheitsbilder unterscheiden sich, sondern auch die Diagnose, der Krankheitsverlauf und die Therapiemöglichkeiten.

 

"Kinderrheuma" ist ein ungenauer Sammelbegriff für verschiedene, oft schmerzhafte Erkrankungen der Gelenke und der Bindegewebe bei Kindern und Jugendlichen. Typisch dafür ist die Arthritis, eine Entzündung der Gelenke, z.B. der Handgelenke. Jedoch können auch andere Organe betroffen sein (Augen, Haut, Muskulatur, innere Organe).

Es gibt chronische und akute Formen der Arthritis. Akute Erkrankungen können bei fachgerechter Behandlung wieder vollständig abklingen. Kinder und Jugendliche mit einer chronischen Gelenkentzündung - unter dem Begriff der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) zusammengefasst - haben teilweise ein Leben lang mit der Krankheit zu tun.

 

Die Krankheitsursache ist vermutlich eine Störung des Immunsystems, das körpereigenes Gewebe mit Infektionserregern (Bakterien oder Viren) verwechselt und eine entzündliche Reaktion startet (eine sog. Autoimmunreaktion). Wahrscheinlich spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. Aufgeklärt ist das Rätsel um die Ursachen noch lange nicht.

 

Die Entzündung führt zu einem Anschwellen der Gelenke. Dies geht für den Patienten mit Schmerzen und einer starken Beeinträchtigung seiner Gelenkfunktionen einher. Es entstehen Schwierigkeiten zum Beispiel beim Greifen oder beim Gehen. Sind mehrere Gelenke betroffen, sind die Kinder in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, was gravierende Auswirkungen auf die körperliche, aber auch psychische Entwicklung hat - denn gerade im Kleinkindalter hat "Greifen" auch mit "Begreifen" zu tun.

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